03.04.14 Datenberge sinnvoll nutzen – Intelligente Unternehmensplanung für Ihren Betrieb

oder "Was ein Kassenbon mit Business Intelligence zu tun hat"

  • 03.04.2014, 18:00 Uhr
  • Institut für Informationssysteme, Hochschule Hof Alfons-Goppel-Platz 1, 95028 Hof

Begrüßt wurden die rund zwanzig Teilnehmer von der Projektleitung des eBusiness-Lotsen Oberfranken Anne-Christine Habbel, die einen kurzen Einblick über die Aufgaben des bundesweiten Projektes gab. Aufgabe der Lotsen ist die Begleitung kleiner und mittelständischer Betriebe, hier insbesondere auch die Handwerksbetriebe, in die digitale Zukunft.

Professor Dr. Scheidt vom Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof (iisys) erläuterte am Beispiel eines Kassenbons eines großen Lebensmittelhändlers, was ein Unternehmen in Bezug auf das Verkaufsverhalten von Kunden aus einem Bon herauslesen kann. So zum Beispiel die zunächst nicht zu vermutende Erkenntnis, dass Männer nach Geburt eines Kindes öfter Windeln und Bier zusammen kaufen. Entsprechend kann das Ladengeschäft seine Positionierung der Waren und auch Ergänzungen planen. Die wichtige Erkenntnis: Ohne eine intelligente Unternehmensplanung geht nichts, viele Rückschlüsse sind ohne eine fundierte Analyse nicht erkennbar. Diese intelligente Auswertung von Daten im Unternehmen nennt man „Business Intelligence“ kurz „BI“.

Anschließend berichtete er kurz über die Arbeit seiner Forschungsgruppe „Analytical Information Systems“, so u.a. über das sog. „Text Mining“, mit dem ein Unternehmen Aussagen von Kunden herausfiltern kann, um so negativen Äußerungen im Netz frühzeitig entgegentreten zu können.

Vitali Henning, Consulting im BI-Bereich erläuterte, dass kleine Unternehmen mit BI wesentlich schneller zu Ergebnissen kommen als große, da dort viel weniger Datenmaterial zu berücksichtigen ist. Beachtet werden sollten allerdings auch externe Faktoren wie z.B. Wetterdaten, die dann mit internen Unternehmensdaten in Beziehung gesetzt werden können. Wichtig ist, dass auf einen längeren Zeitraum hin die Datenbasis vergleichbar bleibt und nicht „Äpfel mit Birnen“ verglichen werden.

Ein Teilnehmer aus Selb brachte es auf den Punkt: „Wichtig ist erst mal die Sachdaten auch im eigenen Haus zu sammeln, erst dann kann man Schlüsse ziehen.“

Weiterhin wurde von Seiten der Teilnehmer heftig diskutiert, inwieweit BI-Systeme tatsächlich auch ihre Anwendung bei kleinsten Unternehmen finden, denn z.B. ein Fernsehbericht vom Vorabend oder eine Pressemitteilung könnte jede Planung verwerfen. Vitali Henning wies darauf hin, dass mit guter Datenauswertung die Planung totzdem verbessert werde, allerdings auch das Erfahrungswissen der Mitarbeiter mitberücksichtigt werden müsse.

Bärbel Häußler, eBusiness-Lotsin Oberschwaben-Ulm aus Weingarten und letzte Referentin des Infoabends am 3. April in Hof, zeigte live anhand eines sehr anschaulichen Beispiels mit Excel Pivot, wie ein Milchbetrieb seine Daten verbinden und daraus ableiten kann, zu welchem Zeitpunkt er welche Milchmengen im Hause hat und dann an Käsereien und andere Kunden weiterleitet. Hierbei handelt es sich um die grundlegendste Art einer Auswertung von Daten, die auch jedes kleinste Unternehmen schnell anwenden kann.

Beim anschließenden Imbiss standen die Referenten für weitere Diskussionen zur Verfügung.

 

 

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Vortrag_BI_Scheidt_140403.pdf790 K
Vortrag_Haeussler_140403.pdf443 K
Vortrag_Henning_praktische_Anwendungen_140403.pdf0.9 M
140403_Flyer_BI_-_Datenberge_sinnvoll_nutzen.pdf1.1 M